Teststreifen

Diabetes und Blutzuckerteststreifen sowie Urinzuckerteststreifen

Blutzuckerteststreifen: künftig nicht immer Kassenleistung

 

Diabetiker, die kein Insulin benötigen, müssen künftig ihre Blutteststreifen voll aus eigener Tasche zahlen, so hat es der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA) am beschlossen.

Nur noch in Ausnahmefällen darf der Arzt ab dem 1.10.2011 die recht teuren Teststreifen weiterhin auf Kassen-Rezept verordnen.

Diese Ausnahme gilt nur bei instabiler Stoffwechsellage. *

In allen anderen Fällen müssen nicht Insulinpflichtige die Kosten künftig selbst tragen. Wer Insulin spritzt, bekommt seine Teststreifen wie bisher vom Arzt auf Kassen-Kosten per Rezept verordnet,  ohne Zuzahlung.

Aber auch hier gilt: Die Kasse darf nur die wirtschaftlichen Kosten übernehmen. Wählt der Diabetiker ein unwirtschaftliches Messgerät, hat er die Mehrkosten selbst zu zahlen (§ 33 Abs. 1 Satz 5 SGB V).

 

Wer sollte seinen Blutzuckerspiegel selbst messen?

In jedem Falle sollten Diabetiker den Blutzuckerspiegel regelmäßig selbst messen, die Insulin benötigen. Die Messung erfolgt mehrmals täglich, je nach Empfehlung des behandelnden Arztes.

Doch der Diabetikerbund und viele Ärzte sind überzeugt, dass auch Diabetiker, die noch mit Tabletten auskommen, in vernünftigem Maße eine Selbstmessung mit Blutteststreifen vornehmen sollten, um das Beste für ihre Gesundheit zu tun.

Denn wer seine Medikation, Ernährung und Lebensgewohnheiten gut an den Blutzuckerwert anpasst, kann eine Verschlimmerung des Krankheitsbildes so wie gefährliche Folgeerkrankungen vermeiden.

Das Fazit der Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums Düsseldorf: Eine regelmäßige Blutzuckermessung verbessert die Lebensqualität und die Lebenserwartung für Diabetiker erheblich.

 

Was ist wichtig für die Wahl des Messgerätes ?

Alle Messgeräte, die eine Hilfsmittel-Nummer besitzen, sind qualitätsgeprüft und erfüllen das Ziel einer Selbstmessung.

Auch wenn die Messgeräte heute recht genau sind, können sie keine absolut genauen Ergebnisse liefern. Denn durch mehr oder weniger Wundwasser an der Einstichstelle usw., können die Werte bis zu 15 % oder mehr abweichen.

Mindestens 95 % aller Messungen müssen sich innerhalb der Toleranzwerte bewegen, um zugelassen zu werden (EN ISO 15197).

Komfortabel ist es für den Diabetiker, wenn das Messgerät der sogenannten „neuen Generation“ angehört. Die Teststreifen für diese modernen Geräte müssen nicht mehr selbst codiert werden, das heißt sie besitzen das sogenannte Autocoding, benötigen nur wenig Blut (max. 1,0 ul) und haben eine kurze Messzeit (max. 6 Sek.).

Zu empfehlen ist statt der herkömmlichen Vollblutmessung die Plasmamessung, da diese der weltweite Standard ist.

Wichtig ist die Anwenderfreundlichkeit. Ein großes Display mit guter Lesbarkeit ist ebenso hilfreich, wie gute Auswertungsmöglichkeiten der gespeicherten Werte.

Schließlich sollte auf den Preis der Teststreifen geachtet werden. Die teuren Streifen sind oft über 40 % teurer als preiswürdige Teststreifen in gleich guter Qualität. Im Durchschnitt kosten sie etwa 30 Euro je 50 Stück, während gleich gute günstige Streifen schon ab etwa 19 Euro (inkl. MwSt.) zu haben sind.

Eine Arbeitsgruppe aller Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe hat z.B. die Messgeräte der aktivmed GmbH als gut und günstig hervorgehoben. Diese sind beziehbar in allen Apotheken und bei www.diabetiker-bedarf.de

*Diese kann gegeben sein bei hinzutretenden Krankheiten, Ersteinstellung auf oder Therapieumstellung bei oralen Antidiabetika mit hohem Hypoglykämierisiko (In diesen Fällen können grundsätzlich je Behandlungssituation bis zu 50 Teststreifen verordnet werden – G-BA-Beschluss vom 17.03.2011). Für Insulinpflichtige und bei Schwangerschaftsdiabetes wird wie bisher verordnet.

 

 

14 Antworten auf Blutzuckerteststreifen: künftig nicht immer Kassenleistung

  • "Schließlich sollte auf den Preis der Teststreifen geachtet werden. Die teuren Streifen sind oft über 40 % teurer als preiswürdige Teststreifen in gleich guter Qualität. Im Durchschnitt kosten sie etwa 30 Euro je 50 Stück, während gleich gute günstige Streifen schon ab etwa 19 Euro (inkl. MwSt.) zu haben sind.
    Eine Arbeitsgruppe aller Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe hat z.B. die Messgeräte der aktivmed GmbH als gut und günstig hervorgehoben."
    Ich besitze ein Accu Chek Mobile und bekomme mit Hinweis auf die KV Westfalen-Lippe keine Teststreifen sondern soll auf ein 50 % günstigeres System (Steinzeit-Modell mit Komfort-Verlusten) umgestellt werden (bezogen auf die Teststreifen. Ich habe seit 2002 Insulinpflicht nach der intensivierten Methode und Typ II. Gibt es die Möglichkeit, Accu Chek Mobile trotzdem verordnet zu bekommen – und von wem, wenn der bisherige Diabetologe dies nicht will. Meine BKK hat grundsätzlich diese als verordnungsfähig eingestuft.
    Danke für eine umgehende Antwort.
    MfG
    Günter Strank

  • Einmal muss man beim Teststreifenpreis unterscheiden zwischen dem Preis den man selbst bezahlen müsste und dem Preis, den die Apotheke auf dem Rezept von der Kasse erstattet bekommt. Je nach Bundesland liegt das deutlich unter den Direktverkaufspreisen. Fragen sie doch mal bei ihrer BKK nach, was die bew. für Accucheck mobile Testkasetten bezahlen.
    Ein Arzt hat prinzipiell Therapiefreiheit in einem bestimmten Rahmen. Wenn er nicht will werden sie “diesen” Diabetologen nicht zwingen können, höchstens mit ihm reden und ev. auf Zusatznutzen mit ihrem Accucheckgerät hinweisen, möglich wäre hier die Auswertungsmöglichkeit über SmartPix, und dass dies für sie sinnvoll ist, wäre eine Chance,oder?

  • "Diabetiker, die kein Insulin benötigen, müssen künftig ihre Blutteststreifen voll aus eigener Tasche zahlen, so hat es der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA) am beschlossen."
    Ich bin Diabetiker Typ 2 und spritze täglich das Insulin-Analogum VICTOZA. Dieses Medikament wird nicht als Insulin anerkannt und deshalb soll ich meine Teststreifen die ich täglich benötige, aus eigener Tasche bezahlen. Weshalb gibt es diese Zweiklassen-Einteilung bei der ärztlichen Verordnung?
    Ich hoffe auf baldige Antwort,
    mit freundlichen Grüßen
    Erhard Richter

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    mein Diabetologe sagt mir, er dürfe nach neuester Rechtslage mir pro Quartal nur 100 Sensoren für mein Meßgerät verordnen!
    Da ich aber morgens und abends messen muß, benötige im Quartal also mindestens 180 Sensoren für mein Meßgerät!
    Bitte klären Sie mich auf, falls möglich, ob das rechtens ist!
     
    Mit freundlichen Grüßen
    Horst Müller

  • Hallo Herr Müller,

    sind Sie insulinpflichtiger Diabetiker?
    Welches Bundesland?

    Das Teststreifen.net Team

  • Hallo an alle.
    Ist es nicht traurig was man hier macht. Ständig hört man wieviel plus die Krankenkassen jedes Jahr machen und auch wieviel Unfug so manche Ärzte und Krankenhäuser so treiben. Bist du krank in Deutschland musst du selber in die Tasche greifen. Und das in einem sozialen Staat???? Armes Land

  • Ich erlebe als TYP I- (Insuliner) jedes Quartal dasselbe Dilemma… Stundenlange Bettelgespräche darüber dass aufgrund med. Notwendigkeit sowie Rücksprache mit der Geschäftsleitung entsprechender Krankenkassenabteilungen dsbzgl. ALLE Teststreifen pp die dieser Arzt aufschreiben (Rezept) würde auch gezahlt würden, die Praxis allerdings stest ZUWENIG notiert.

    “Wird vom Gesetz so vorgeschrieben” / “Mehr zahlt die Krankenkasse nicht” / und weitere, fadenscheinige wie auch unwahre Aussagen werden getroffen um mich ruhig zu stellen.

    Aufgrund der Tatsache dass ich allerdings nicht nur mit der Krankenkasse alles von A-Z immer und immer wieder durchging sowie auch mit der Kassenärztlichen Vereinigung sowie vielen Arztpraxen wie auch Diabetologenpraxen aber auch Apotheker(innen) und immer dasselbe Ergebnis mitgeteilt wurde (dass diese Praxis gefälligst alle Teststreifen aufschreiben soll die ich tatsächlich auch benötige) wurden mir im letzten Quartal “””””GNÄDIGER WEISE UND AUS HÖCHSTER GÜTE HERAUS””””” ein “Geschenkpaket in der Praxis zusammengestellt” dies bestand aus 200 Teststreifen aus dem eigenen Bestand (NICHT auf Rezept)…

    Um die Kosten zu reduzieren haben die mich dann auf Sensor umgestellt…

    Aber auch dafür benötigt man zusätzliche Teststreifen (vor allem wenn man so schlecht eingestellt ist wie ich), es gab heute nur 50 davon auf Rezept unter den schwierigsten sowie Menschenunwürdigsten Bedingungen!!!!!

    Ich finde es echt Scheiße bei dieser Arztpraxis (seitdem ich Diabetes Typ I habe) das Gefühl haben zu müssen dass ich ein BETTLER/SCHNORRER Asozialer bin der um etwas Bettelt, Schnorrt, abgreifen will was mir nicht zusteht!!!!!!

    Gäbe es die Gelegenheit diese verdammte Scheiß Diabetes an Dritte veräußern zu können würde ich jeden Preis mehr- als gerne dafür zahlen nur um nicht mehr selbst jedes Quartal aufs Neue KRANKER aus dieser Arztpraxis herauszugehen als ich hineingegangen bin !!!!!!!

    Aber dazu vielleicht irgendwann mal mehr.

    Sry. für die Schreibfehler habe allerdings Mega-Clusterkopfschmerzen und höre deshalb auch jetzt auf zu schrieben.

    Schönes WE allen

  • Hallo…..wieviel darf denn nun vom Arzt verschrieben werden an Sensoren für akku chek ? Einer sagte 150 anderer wieder was anderes ? Bin bei der IKK…eigentlich ne gute KK.
    Danke—LG Ralf

  • mit oder ohne Insulin das ist hier die Frage!

    dürfen? es geht um das was der Diabetiker wirklich braucht, abhängig von der Art der Insulin Therapie.
    Tagebuch? MySugar App? was macht man aus den Blutzuckerwerten?

  • Guten Tag, mein Mann ist insulinpflichtig. Er spritzt morgens und abends und versucht dabei zu bleiben, um nicht zu jeder Mahlzeit spritzen zu müssen. Nun erklärt ihm der Arzt, er könne ihm nach der neuen Verordnung die Teststreifen nicht mehr verschreiben, weil er nicht zu jeder Mahlzeit spritzen muss. Ist das richtig? Für eine Antwort Danke ich.

  • Guten Tag zusammen, mein Mann ist Diabetiker Typ 2, muss mehrmals am Tag spritzen. Er hatte sich Akku check Mobile zugelegt, anfänglich hatte er die Casetten vom Diabetologe auf Rezept bekommen. Nun sagt die Ärztin nur die Teststreifen für Akku check verschreiben. Lt Aussage unserer Krankenkasse würden die Auch die Kassetten genehmigen wenn dies verschrieben werden. Was kann ich tun wenn die Ärztin sich quer stellt ??
    Mein Mann ist selbstständig und viel unterwegs und Akku check Mobile ist einfach handlicher für unterwegs.
    Lg

  • genau dieses Argument der Ärztin sagen!

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